Zuletzt kam der Hype nach mehr Miniaturen zum Spielleiten bei mir auf. Doch wie lassen sich kleinteilige, oft hypegetriebene Anschaffungen mit dem Minimalismus vereinbaren? Eine Methode, nicht zu eskalieren.
Minimalismus ist gemeinhin ein Lebensstil, der versucht, mit nur wenig auszukommen. Das bedeutet nicht, sich auf bspw. proklamative 100 Gegenstände zu beschränken und seine Zeit asketisch in leeren Räumen zu verbringen. Vielmehr geht es darum, keine sinnlosen und ungenutzten Gegenstände anzuhäufen und stattdessen jedem Vorhaben (Hobby, Sport, etc.) einen angemessenen Raum zu geben. Ein Gefühl von Leichtigkeit.
Ich komme insgesamt sehr gut mit dem Besitz von unter 700 Gegenständen aus, hierbei wird jede Gabel und jeder Löffel einzeln gezählt. Im Rollenspielkontext bedeutete dies für mich bisher, nur zweckgebunden zu kaufen. Ich bin kein Sammler und keine Bibliothek, daher werden Bücher oder Zubehör nur für konkrete Spielrunden gekauft. Aber bei einer Miniaturensammlung kann dies anders aussehen: Ein gewisser Vorrat für spontane NSC- oder Kreaturenbegegnungen kann beim Improvisieren helfen. Einzelne Figuren nur für einzelne Szenen zu kaufen, scheint ebenfalls nicht zielführend.
Die minimalistische Lösung, um sich die eigene Behausung nicht unnötig vollzustellen, lautet: Den Platz schon vorher sinnvoll zu begrenzen. Ich habe zu diesem Zweck eine Miniaturen-Aufbewahrungsbox besorgt, die Platz für einige Dutzend Figuren bietet. Weitere Miniaturen werden nicht gekauft. Nicht spontan auf Conventions, nicht beim Durchstöbern von Online-Shops und erst recht nicht im lokalen Rollenspielladen. Wenn neue Miniaturen einziehen sollen, müssen andere zuerst gehen.
Das Prinzip hat sich bereits bei anderen Besitztümern bewährt (etwa Erinnerungsstücke und Andenken, auch diese haben bei mir nur eine kleine Kiste). Dies wertet im Übrigen auch die Dinge auf, die man besitzt: Man entscheidet sich bewusst für den Besitz und die Verwendung eines Gegenstandes, anstatt mit Impulskäufen einen Berg an Dingen anzuhäufen.
